Der Grundriss des Lofts vor unseren Veränderungen
Miro und Ich haben ja da diese Halle gemietet. Mittlerweile stapelt sich das Dokumentationsmaterial und außerdem wird es langsam Zeit, dass wir einmal darüber berichten. Der Ordnung halber fange ich aber trotzdem vorne an:
Ich habe hier in Aachen mit Krav Maga angefangen und die Trainingshalle ist im gleichen Gebäude wie unsere jetzige Wohnung. Als ich das erste Mal mit Michael beim Probetraining war fanden wir beide das Gebäude schon ziemlich cool.
Ende der Abbruchzeit und Anfang der konstruktiven Phase Es handelt sich dabei um einen alten Industriekomplex, der früher von VW genutzt wurde, dann lange Zeit leer stand und jetzt langsam aber beständig wieder mit neuen Firmen und eben auch kleineren Ateliers für Künstler und Privatleute belebt wird. Der gesamte Komplex ist sicherlich mehrere km^2 groß und die Gebäude sind alle aus rotem Backstein gebaut, mit jeder Menge schicker Fenster, dreckiger Schornsteine und Schienen zwischen den Lagerhallen.
Kurzum gesagt so eine richtig schicke, alte Industrieecke, die so einen sehr angenehmen Charme hat, weil sie schon so heruntergekommen ist und gerade dadurch noch reizvoller wirkt.
Die Halle nach zwei Wochen mit neuen Zimmern (rechts im Bild) Bei diesem ersten Probetraining dachten wir uns jedenfalls, wie geil es wäre, ein Loft in so einer alten Fabrikhalle zu haben und dass das doch eigentlich der Traum von jedem Studenten ist. (Genau wie mit einem alten VW Bulli in den Osten zu fahren, aber das kommt erst nächstes Jahr)
Wir haben den Trainer auch mal gefragt, aber der sagte uns was von unbezahlbaren Mietpreisen. Ich habe ein paar Tage später trotzdem mal die Verwaltung angerufen und von denen die Handynummer des Hausmeisters bekommen, den ich dann auch direkt angerufen habe. Hermann ist ein super Typ, mittlerweile sind wir ziemliche best buddys, weil er uns wirklich sehr viel hilft und wir ihm im Gegenzug auch immer mal wieder den ein oder anderen Gefallen tun, sei es, dass wir ihm was anpacken oder ihm Werkzeug leihen.
Jedenfalls hat er uns dann damals eingeladen vorbeizukommen, er könne uns einfach mal ein paar Räume zeigen. Und so haben wir uns drei Räume angeguckt die in nächster Zeit frei wurden. In einem davon sitze ich jetzt gerade.
Die ersten beiden Räume waren nicht so prickelnd, weil sie überhaupt nicht ausgebaut waren und auch eine für einen Umbau schlecht geeignete Form hatten und uns irgendwie nicht ansprachen. Aber der dritte Raum war voll eingerichtet, super stylisch und hat uns direkt umgehauen,
Die Balken haben wir mit zwei Kränen aus der Halle unter uns durch ein Loch hoch gezogen weil wir uns das genau so vorgestellt hatten.
Und dann ging die Rechnerei los. Zuerst haben wir uns einen Grundriss besorgt und dann durchgeplant, wo man wie viele Zimmer einbaut, welche Seite, wie man das heizt, was die Risiken sind, und und und. Irgendwann haben wir uns dann zu dritt, (Miro, Michael und Ich) entschieden, die Sache zu wagen und das Ding einfach zu mieten. Das war Ende November. Der Plan war dann, das ab März umzubauen, wenn die Klausuren weg sind und bis dahin noch mal irgendwo anders zur Untermiete zu wohnen.
Das hat uns die Verwaltung aber kaputt gemacht, weil sie den Raum nicht so lange leer stehen haben wollte. Als sie dann sagten, der Raum könnte auch schon ab Dezember frei werden, kamen wir dann auf die glorreiche Idee, den Umbau, der vorher für ein Semester geplant war, in denen einen Monat vor der Klausurphase zu legen.
Deshalb müssen wir in drei Tagen fertig sein, damit wir ab dem 01.01.12 Vollzeit lernen können, wir haben nämlich wirklich eine Menge nach zu holen. Jedenfalls haben wir dann mal wieder alles umgeschmissen und den gesamten Umbauzeitplan in einen Monat gequetscht. Dann hatten wir natürlich noch das ein oder andere Gespräch mit der Verwaltung, bis wir den Vertrag endlich so zurecht gebogen hatten, wie wir ihn haben wollten. Da mussten wir uns Untermietrecht erkämpfen, unseren Druckluftanschluss wollte man uns auch klauen, aber dafür haben wir einen eigenen Fahrradparkplatz im Flur zugestanden bekommen.
Schließlich haben wir dann zugesagt.
Unser erstes Problem bestand darin, dass wir niemals gedacht hätten, Untermieter für eine Baustelle zu finden. Ich habe trotzdem eine Anzeige fürs Internet aufgesetzt und siehe da, wir hatten tatsächlich 11 Bewerber, die einen noch nicht existenten Raum in einer Baustelle für den vollen Mietpreis mieten wollten. Wir haben uns dann für Tobias und Dave entschieden, aber zu den beiden später mehr.
Oben wurden die Balken dann fachmännisch entgegen genommen Am 01.12.11 ist Miro dann auch direkt umgezogen und hat mit dem Umbau angefangen. Wände rausreißen, wieder neu bauen, alle Kabel rausrupfen und komplett neu verlegen, Sonderwünsche in jedem Zimmer individuell berücksichtigen und dabei auf einer Matratze mitten im Raum schlafen und alle Klamotten unter Folien verstaut haben, weil einfach alles voll ist mit Staub. Da hat er sich aber tapfer geschlagen, der Miro. Nach ein paar Tagen sind dann auch Dave und Tobias eingezogen, ich kam erst am 15.12. dazu, weil ich an dem Tag noch eine Statistikklausur geschrieben habe und solange nichts mit dem Umbau zu tun hatte, sondern in meiner alten WG gelernt habe und nur hin und wieder mal zum Kochen oder Lebensmittel vorbeibringen ins Loft kam.
Den Ausbau seines Lofts selbst zu machen hat natürlich auch einige Vorteile. Zunächst konnten wir uns aussuchen, wie viele Räume wir haben wollten, wie groß sie sein sollten und wo sie hinkommen sollten. Außerdem kann man auch einfach mal einen Vorschlaghammer nehmen und die nächste Wand umwemsen, wenn sie einem nicht mehr passt, das hat auch eigentlich immer am meisten Spaß gemacht. Man kann sich alternativ auch an dem Hallenkran durchs Wohnzimmer schwingen oder irgendwelche Bildschirme in die Wände einbauen, so wie wir es auch noch sehr bald machen werden.
Alltag am Bau :D In meinem Zimmer habe ich alle meine Kindheitsträume erfüllt. Ich habe Lichtschalter auf Hüfthöhe, d.h. ich brauche nie wieder meinen Arm zu heben, um das Licht einzuschalten. Ich habe Steckdosen da wo ich sie haben möchte, Lichtschalter am Bett und schaltbare Anschlüsse für indirekte LED Beleuchtung im Zimmer. Außerdem habe ich darauf geachtet, so wenige Gegenstände wie möglich auf den Boden zu stellen, sodass ich in Zukunft ganz problemlos durchwischen kann, ohne ständig um irgendwelche Füße herum wischen zu müssen.
Dave hat sich auch eine schicke Beleuchtung gegönnt und die Lichtschalter fast auf Schulterhöhe, das ist bei den bekloppten Iren wohl so üblich. Miro wollte sich einen Aufzug in die Abstellkammer bauen und wird wahrscheinlich seine eigene, ganz private Werkstatt in seinem Zimmer haben. Mal ganz davon zu schweigen, dass sein neues Zimmer vier mal so groß ist wie sein Altes.
Nur Tobias war vergleichsweise bescheiden, sein Zimmer ist noch am nächsten am Standart und hat sogar eine Heizung und ein Fenster zum öffnen, was auch nicht ganz normal ist im Loft.
Jedenfalls hatten wir großen Spaß beim Anpassen der Zimmer und werden ihn weiterhin haben, wenn wir erst mal mit Miros Zimmer anfangen und die Falltür in die Abstellkammer einbauen. :D
An den Wochenenden hatten wir ziemlich regelmäßig Besuch von vielen fleißigen Helfern, ohne die wir sicher nicht so weit gekommen wären, wie wir jetzt schon sind. Danke dafür und Küsschen an euch!
Offizielles Richtfestfrühstück Und wenn man schon eine ganze Bude von Grund auf neu gestaltet, kommt man natürlich auch nicht drumherum, sich ein paar nette Gimmicks zu gönnen. So werden wir zum Beispiel eine Wand mit LED Kacheln im Wohnzimmer haben, eine offene Natursteindusche und eine Feuerwehrstange, um von der Terrasse ins Wohnzimmer rutschen zu können. Die Küche wird natürlich offen und eine Kochinsel muss dann selbstverständlich auch am Start sein.
Das wird auf jeden Fall weiterhin viel Arbeit aber das Ergebnis sollte planmäßig ziemlich abgedreht geil werden. Einige der oben genannten Dinge haben wir noch nicht, aber ich erzähle euch trotzdem davon, damit wir dann in Bringschuld sind um uns nicht zu blamieren und dann die Sachen auch ganz sicher einbauen werden.
Der aktuelle Stand der Umbauten
Ende April wird es eine offizielle und ziemlich dicke Einweihungsparty geben, zu der ihr natürlich alle herzlichst eingeladen seid!
Und ihr wisst ja, es bleibt - wie immer - spannend!
2. November 2012, 10.30 Uhr