Didn't you read my blog…?
Eigentlich habe ich ja alles, was ein "Blogger" so braucht…
Einen Laptop mit leuchtendem Apfel, eine (an Sucht grenzende) Vorliebe für koffeinhaltige Getränke und keinen Job.
Ich hänge den ganzen Tag nur im Internet rum, konsumiere Informationen, lache über Witze, die kein normaler Mensch versteht und bin, ganz allgemein formuliert das, was man einen Geek nennt.
Und jetzt wurde mir sogar ein Sprachroh gegeben. Dieser Blog.
Leere Textfelder, die gefüllt werden wollen, Foto-Upload-Formulare, Tags… alles, was das Blogger-Herz begehrt.
Und doch, trotz dieser scheinbar perfekten Voraussetzungen, schreibe ich nichts.
Ich würde an dieser Stelle jetzt gerne schreiben, dass es daran liegt, dass mir das Mitteilungsbedürfnis der Generation Youtube fehlt. Dass ich eher so der introvertierte Typ bin, der nicht gerne großes Aufsehen um seine Person macht.
Einfach ein ruhiger Gentleman, der lieber zusieht, als selbst auf der Bühne zu stehen.
…aber das ist es nicht. Mir fällt es ja auch nicht schwer zu twittern, wann und wo ich kann.
Oder meinen tumblr mit Hipster- und Katzenbilder zu füllen. Das Sendungsbedürfnis fehlt mir anscheinend nicht.
Was ist es dann? Ist mein Leben vielleicht zu uninteressant? Passiert mir schlichtweg nichts relevantes? Möglicherweise bin ich einfach ein langweiliger Menschen, dessen Leben gerade "pausiert"…
Nur kann man mein momentanes Leben nicht wirklich ereignisleer nennen.
Ich könnte ja über meine Suche nach einer Stelle für meine noble Freiwilligenarbeit schreiben. Wie ich seit Wochen ein Browser Fenster geöffnet habe mit zig möglichen Stellen, ich mich nur nicht entscheiden kann. Oder will.
Oder wie ich über das glorreiche Vitamin-B einen Praktikumsplatz bei der RWE bekommen habe. Beim Chef der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit. Einen Platz, für den so manch ein PR-Student töten würde.
Auch das obligatorische "Was mache ich bloß aus meiner Studienplatz- /Berufswahl? Und überhaupt: Was wird aus meinem Leben?"-Ding beschäftigt mich.
Da unterscheide ich mich kaum von meinem Mitmenschen und -bloggern.
Ich könnte als den ganzen Tag nichts anderes treiben, als diesen Blog mit intelligenten, extrem durchdachten und tiefgründigen Artikeln füllen. Mit Themen, die jedermann interessieren, in die man sich hineinversetzen kann. Mit tollen, wortspiellastigen Überschriften, die so richtig zum Schmunzeln und später auch zum Denken anregen.
Aber das mache ich nicht…
Und so langsam verstehe ich auch, warum.
Ich mag die Vorstellung nicht, dass ich nur über einen Blog über das Leben meiner Freunde erfahre. Ich will nicht auf die Frage, "Wie läuft es denn so bei euch?" ein "Didn't you read my blog?" hören. Und ich möchte auch nicht so antworten.
Und noch muss ich das auch nicht. Noch wohnen alle hier in Unna (und Umgebung).
Noch kann man sich zum Frühstück in der Stadt treffen. Oder Abends auf Miros Terrasse auf ein, zwei Bier. Noch sehe ich jeden meiner Freunde fast täglich…
Nur wird das nicht ewig so weiter gehen. Das ist mit bewusst. Deshalb existiert dieser Blog überhaupt. Irgendwann werde ich froh sein, abends in meinem RSS-Reader eine Zusammenfassung der Woche meiner Freunde zu finden. Wenigstens noch passiv teilzuhaben.
Aber für den Moment ist das noch nicht nötig. Zum Glück.
Und um diesem Eintrag noch eine Richtung zu geben und dafür zu sorgen, dass er nicht nur aus sentimentalem Gefasel besteht, schreibe ich hier mal (ganz meta) auf, worüber ich in Zukunft so bloggen will:
1. Mein Leben als freiwilliger Sozialarbeiter
Das muss ja reines Blog-Gold werden. Ich, als Sohn zweier gelernter Sozialarbeiter, verdiene mich in den Untiefen der Freiwilligenarbeit. Da lerne ich dann bestimmt total tolle Typen kennen, die alle unendlich interessante Geschichten zu erzählen haben.
2. Mein aufkommendes Studium
Das ist ja wahrscheinlich ohnehin schon ein Dauerbrenner. Das Studium und die Suche nach dem richtigen Fach wird mich wohl noch einige Zeit beschäftigen.
3. Diverses Wohnung Suchen…
…und das daraus resultierende WG-Leben. Ja, ich will in eine WG. Ich finde, das gehört einfach dazu. Alleine Wohnen kann ich später immer noch. Und außerdem sehe ich bei mir die Tendenz dazu, schnell den Kontakt zur Außenwelt zu verlieren. Wenn man mich nur lang genug alleine lässt, werde ich ziemlich schnell zum sozialen Wrack.
So manche Sommerferien allein in Unna haben mich dazu gebracht, mit Morgenmantel und meinem Schwert bewaffnet Wassermelonen zu massakrieren.
Alleine sein tut mir und meiner Psyche einfach nicht besonders gut…
4. Diesen Blog
So ein bisschen Meta muss ja ab und zu auch sein, oder?
5. Die Suche nach Club Mate in der neuen Stadt
Ich hoffe ja, dass es mich in eine Stadt vertreibt, in der ich einfach an Mate komme, nicht über 3 Ecken und einer Woche Lieferzeit.
6. Hier und da ein Tweet…
Wenn ich schon einen Micro-blog führe, kann ich den ja auch gut hier verwenden.
Das ist die Agenda.
Ich freue mich schon darauf das alles zu erleben und es hier nieder zu schreiben.
Aber bis es soweit ist, wird das hier der vorerst letzte Part von mit.
Abschließende Worte, waren nie mein Ding. Und eine angehende Journalistin sagte mir ein mal, dass ein Ende gute Artikel auch kaputt machen können. Vertrauen wir mal auf sie…













Aber es gibt dann doch für alles eine nachvollziehbare Erklärung ^^
Vor allem hab ich das bei anderen Blogs nicht (also nicht so krass)